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Der Arzt der Sobeide

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Komische Oper in einem Vorspiel und zwei Akten.
Text von Fritz Zoref, Opus 4 (1917)





Soli: 6 sop,4 alt,3 ten,2 bar,2 bass; gemischter Chor; Kinderchor; Orch.: 3(picc),2(cor),2(D-cl,bcl),2(cbn); 4,3,3,1; hrp; timp; perc; Streicher; 4 Szenen
Dauer: full evening'
Verlag: Universal Edition (1919)
Partitur und Stimmen als Leihmaterial erhältlich

Übersetzung des auf der englischen Webseite wiedergegebenen Zitats:

„Hier vereinen sich alle Vorzüge, die den Meister seines Fachs erkennen lassen. Ein verschwenderischer Reichtum an melodischen Einfällen durchzieht das ganze Werk und unterstreicht und steigert auf natürliche Weise besonders die lyrischen Episoden. Getragen wird dies von einer harmonischen Freiheit, die bei aller Kühnheit völlig ungezwungen erscheint. Besonders glücklich entwickelt ist das Gespür für einen belebenden Rhythmus, der keinen toten Moment aufkommen lässt. Hinter dem natürlichen Fluss der Stimmen, vor allem der gut singbaren Gesangslinien, verbirgt sich eine reife technische Kunstfertigkeit von täuschender Leichtigkeit …“

Georg Jensch: Volkswacht (1919).

Weitere Einzelheiten

Der Arzt der Sobeide von Hans Gál. Komische Oper in einem Vorspiel und zwei Akten. Libretto von Fritz Zoref. Erschienen 1919 bei Universal Edition, Wien, als Opus 4.

Vollendet 1918, während Gál im Ersten Weltkrieg beim Eisenbahnbau in den Karpaten eingesetzt war. Uraufführung: Breslau, 2.11.1919. Musikalische Leitung: Julius Prüwer. Inszenierung: Runge.

Ort der Handlung:
Vorspiel: Ein belebter Platz nahe einem der Stadttore des alten Granada.
1. Akt: Das Haus Don Pedros.
2. Akt, 1. Bild: Ein Hof in der Altstadt.
2. Akt, 2. Bild: In und um einen Harem in einem maurischen Zelt.

Zeit der Handlung: Mitte des 16. Jahrhunderts.

Personen:
Juan Sanchez de la Mancha (Tenor)
Annita, seine Verlobte (Sopran)
Don Pedro, Arzt, ihr Vater (Bariton)
Paquita, Annitas Zofe (Sopran)
Don Miguel de Zuelos, ein abenteuernder Hidalgo (Tenor)
Lopez, sein Diener (Bass)
Jacinto, Pedros Bader (Bariton)
Sobeide (Sopran)
Zuleima, Sobeides Gefährtin (Sopran)
Fatima, Sobeides Gefährtin (Alt)
Ali, ein Eunuch (Sopran)
Nahena, eine Quacksalberin (Alt)
Ein junger Geck (Tenor)
Ein anderer Geck, sein Freund (Bass)
Eine Obstverkäuferin (Alt)
Erstes Straßenkind (Sopran)
Zweites Straßenkind (Alt)
Kinder, Bürger, Haremsfrauen, Sklaven, Eunuchen.

Orchesterbesetzung:
3 Flöten (3. auch Piccolo)
2 Oboen (2. auch Oboe d’amore)
2 Klarinetten in B und A (1. auch D-Klarinette, 2. auch Bassklarinette)
2 Fagotte (2. auch Kontrafagott)
4 Hörner
3 Trompeten
Basstuba
Harfe
Pauken
Schlagzeug
Streicher
Auf der Bühne: Orgel oder Harmonium.

Handlung: Schauplatz ist Granada im Spanien des 16. Jahrhunderts, eine farbenprächtige, exotische Welt von Mauren und christlichen Ritterabenteurern. Zwei Liebeshandlungen verweben sich mit Intrigen, Abenteuern und Verwechslungen: ein Mantel-und-Degen-Stück mit einem Hauch der poetischen Atmosphäre aus Tausendundeiner Nacht, eine burleske romantische Komödie mit vertrauten komischen Situationen, die an Così und Don Giovanni erinnern. Den Höhepunkt bildet das Finale des zweiten Akts. Es beginnt mit einem Liebesduett zwischen der maurischen Sklavin Sobeide und dem Ritterabenteurer Don Miguel, der als Arzt verkleidet in den Harem gelangt ist, angeblich um die kranke Sobeide zu behandeln. Die Verwirrung steigert sich, als auch Juan als Arzt verkleidet im Harem erscheint, gefolgt vom wirklichen Arzt Pedro. Nahena, die Quacksalberin, die die ganze Intrige eingefädelt hat, bringt zudem Juans Verlobte mit und vergrößert so seine Verlegenheit. Musikalisch bietet dies Raum für ausgedehnte Ensembles – Quintett und Sextett mit Chor –, in denen sich das Entzücken der Liebenden mit dem ironischen Eingeständnis der Unterlegenen verbindet, sie hätten die „falsche Medizin“ gewählt.

Formal ist die Oper als Folge stark kontrastierender Nummern angelegt, mit einem ununterbrochenen Fortschreiten und Wechsel musikalischer „Szenen“. Das Orchester hat überwiegend begleitende Funktion, mit Ausnahme zweier recht ausgedehnter Zwischenspiele. Diese wurden ebenso wie das maurische Liebeslied, das Sobeide mit Frauenchor singt, zu beliebten Konzertstücken. Vgl. Waldstein, 1965, S. 22–23.