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Variationen über eine Wiener Heurigenmelodie

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für Violine, Violoncello und Klavier, Opus 9 (1914)






Dauer: 8''
Verlag: Simrock (1921), jetzt Boosey & Hawkes
Erhältlich bei Boosey&Hawkes: als Druckausgabe erhältlich (M221110718)

Bezugs- und Hörmöglichkeiten



Gál schrieb über die Entstehung des Werks. Die folgenden Zitate sind Übersetzungen der englischen Webseite:

„Vor über einem halben Jahrhundert trieb sich in den beliebten Heurigenlokalen der Wiener Vororte ein buckliger Stegreifsänger namens Ungrad herum. Steckte man ihm heimlich ein Trinkgeld samt den nötigen Informationen zu, improvisierte er zur Melodie dieser Variationen humorvolle und nicht unbedingt höfliche Verse über die eine oder andere Dame. Solche neckischen Aufmerksamkeiten wurden im Allgemeinen nicht übelgenommen. Das vorliegende Stück entstand am Tag nach einer solchen Gelegenheit als reumütige Huldigung an das Opfer. Das war 1914, zwischen dem österreichischen Ultimatum an Serbien und dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs, und es ist ein Dokument dafür, wie sehr die damalige Jugend den Ernst der Lage unterschätzte. Die Verse des Stegreifdichters habe ich leider vergessen; wahrscheinlich wären sie ohnehin nicht druckfähig gewesen.“

Das Werk erschien erst nach dem Ersten Weltkrieg und erfreute sich dann großer Beliebtheit. Ein Kritiker bemerkte:

„Hans Gáls Variationen über eine Wiener Heurigenmelodie sind völlig unbeschwert, echte Wiener Volksmusik. Das ist der Wiener Schubert, das ist Österreich mit seiner Liebe zum Lied und seiner Freude an der Musik, die im Heurigen gesteigerten Ausdruck sucht und findet.“

Breslauer Zeitung, 15.1.1925.

Ein anderer schrieb:

„Die Neuheit des Abends, die Variationen über eine Wiener Heurigenmelodie, erwies sich als etwas Prächtiges. Hans Gál ist damit ein großer Wurf gelungen.“

Die Tonkunst, Berlin, 1.12.1925.

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