Hans Gál: Musik für Violoncello (Hans Gál: Music for Cello)

Alfia Nakipbekova, Violoncello; Jakob Fichert, Klavier.
Sonate für Violoncello solo op. 109a
Suite für Violoncello solo op. 109b
Sonate für Violoncello und Klavier op. 89
Toccata Classics TOCC0043
2012
www.toccataclassics.com
Bezugs- und Hörmöglichkeiten
International Record Review, Juni 2012 (Übersetzung)
Nie war die Gelegenheit günstiger, die Musik von Hans Gál (1890–1987) kennenzulernen: Der in Wien geborene Komponist, Pädagoge und Pianist ließ sich in Edinburgh nieder, nachdem er 1938 vor den Nationalsozialisten geflohen war. Insbesondere Avie Records verdanken wir die vier Sinfonien, die Klaviermusik – drei CDs – und weitere Stücke. Toccata Classics legt nun eine Sonate und eine Suite für Violoncello solo vor (beideop. 109), komponiert 1982, als Gál 92 Jahre alt war. Diese lyrische Musik blickt auf Bach zurück; viele unvermutete Wendungen halten die Aufmerksamkeit der Hörer wach. Gál war offensichtlich geistig vollkommen präsent, als er diese ansprechende, stets einfallsreiche und elegant gearbeitete Musik schrieb. Welche formalen Vorgaben die Sätze dieser einander ergänzenden Werke auch haben mögen: Trocken oder akademisch ist diese Musik nie. Gesang und Tanz bilden einen wichtigen Teil ihrer Erfindungskraft, ebenso der Witz.
Alfia Nakipbekova spielt hervorragend und mit vollkommener Überzeugung. Sie gewinnt ihrem Instrument vielfältige Farben und dynamische Abstufungen ab; die Aufnahme bildet sie ideal ab, greifbar und mit genau dem richtigen Maß an Raum. In der früheren Sonate für Violoncello und Pianoforte von 1953 – schön, einmal die vollständigen Instrumentennamen zu verwenden! – kommt Jakob Fichert hinzu. Er ist ein ebenso ausgezeichneter Fürsprecher von Gáls Musik. Die dreisätzige Sonate beginnt mit einem ausgedehnten, wenn auch bewegten Satz von großer seelischer Tiefe und vielen innigen, nostalgisch wirkenden Wiederkehrungen. Es folgt ein kurzer, temperamentvoller Satz, der an Prokofjew erinnern mag.
Das Finale, ungefähr so lang wie der erste Satz, beginnt poetisch und sehr verinnerlicht, bevor ein Allegro energico hereinbricht, ohne die Verbindung zur vorangegangenen traurigen Musik zu verlieren. In dieser vollkommen überzeugenden Interpretation wird Hans Gáls Cellosonate wieder lebendig.
Colin Anderson
Suite für Violoncello solo, Op.109(b) (1982)
Introduzione e Fughetta, Alla marcia, Cavatina, Rondino
Ausschnitte aus:
Hans Gál Music for Cello.
Alfia Nakipbekova (Violoncello) und Jakob Fichert (Klavier)
Toccata Classics, 2012. (Ersteinspielung)
Sonate für Violoncello solo, Op.109(a) (1982)
Andante – allegro comodo, Quasi minuetto lento, Vivace
Ausschnitte aus:
Hans Gál Music for Cello.
Alfia Nakipbekova (Violoncello) und Jakob Fichert (Klavier)
Toccata Classics, 2012. (Ersteinspielung)















































































