Violinkonzert & Concertino, Triptychon - Vogel/Woods/Northern Sinfonia (Violin Concerto & Concertino, Triptych - Vogel/Woods/Northern Sinfonia)

Hans Gál: Violinkonzert, Violinkonzertino, Triptychon für Orchester
Annette-Barbara Vogel, Violine
Kenneth Woods, Dirigent
Northern Sinfonia
Avie Records, 2010: AV2146
Hans GÁL (1890-1987)
Konzert für Violine und kleines Orchester, Op.39 (1932)
1. I Fantasia
2. II Arioso
3. III Rondo
Triptychon. Drei Sätze für Orchester, Op.100 (1970)
4. I Impromptu: Allegro risoluto
5. II Klage (Lament): Andante
6. III Komödie (im Ausgangstext „Comdey“): Allegro con spirito
Concertino für Violine und Streichorchester, Op. 52 (1939)
7. I Andante tranquillo
8. II Rigaudon: Allegro giusto
Aufgenommen in Hall 1, The Sage Gateshead, England, 7-9 & 20-21 September 2009
Aufnahmeproduzent: Simon Fox-Gál
Bezugs- und Hörmöglichkeiten
Hans Gál: Violinkonzert; Violinkonzertino; Triptychon
Hans Gál • Annette-Barbara Vogel (Violine); Northern Sinfonia; Kenneth Woods (Leitung)
Über diese Aufnahme
Diese CD vereint drei konzertante Werke aus verschiedenen Phasen von Hans Gáls langem schöpferischem Leben. Das weit angelegte Violinkonzert (1931–32) krönt seine Vorkriegslaufbahn mit einem rhapsodischen ersten Satz, einem wehmütigen, arienartigen langsamen Satz und einem Finale voller leichtfüßigem Wiener Charme. Das knappe Violinkonzertino (1939) entstand kurz nach der Flucht des Komponisten aus dem nationalsozialistischen Deutschland; seine gesanglichen Linien und neoklassizistische Klarheit lassen die Wirren des Exils nicht erahnen. Den Abschluss bildet Triptychon (Triptych), eine lebendige Orchesterfolge von 1970, die Gál im Alter von 80 Jahren in nur fünf Wochen schrieb. Die kanadische Geigerin Annette-Barbara Vogel legt mit der Northern Sinfonia unter Kenneth Woods die Ersteinspielungen aller drei Werke vor.
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Stimmen der Kritik (Übersetzungen)
„Das Violinkonzert ist auf höchst befriedigende Weise in sich geschlossen: Es beginnt mit einer pastoralen Melodie und entfaltet sich mit Lyrik und Klarheit. Vogel, Woods und die Northern Sinfonia bieten eine Interpretation, auf die sie stolz sein können. Die Orchestrierung atmet so klar, dass sogar die Tontechniker Lob verdienen. Im späteren Konzertino sind Gáls Einfälle reich und oft virtuos; seine miteinander verbundenen Sätze führen von ruhiger Lyrik zu ausgelassenem Tanz und münden in einen unbeschwerten Schluss.“
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Weiterer Hintergrund
Violinkonzert und Konzertino schlummerten jahrzehntelang, bis diese Ersteinspielung Gáls unverwechselbare Stimme und das Engagement der Interpreten bezeugte. Die drei Werke entstanden in unterschiedlichen Lebensphasen des Komponisten – während seiner Wiener Jahre, im englischen Exil und später im Edinburgher Ruhestand – und zeigen seine beständige Begabung für Melodie, klassische Ausgewogenheit und Orchesterfarbe. Diese CD trug dazu bei, das Interesse an Gáls Orchestermusik neu zu entfachen, und ebnete den Weg für weitere Aufnahmen seiner Sinfonien und Konzerte.
Classical CD Rezension von Gavin Dixon (Übersetzung) –… Gáls Ästhetik steht unmittelbar in der Nachfolge der späten österreichisch-deutschen Romantik. Seine Musik weist viele Ähnlichkeiten mit Franz Schmidt auf, allerdings nicht jene langen, lyrischen Melodielinien, die so viel von Schmidts Orchestermusik prägen. Franz Schreker ist eine weitere verwandte Wiener Stimme, wobei Gál glücklicherweise die Exzesse von Schrekers neurotischem Expressionismus vermeidet. Tatsächlich lässt sich aus dieser Musik nur schwer viel über Gáls Persönlichkeit oder Temperament ableiten. Er war vermutlich ein sehr ruhiger, in sich gefestigter Mensch, für den Musik von innen kam und nicht aus bewussten Reaktionen auf äußere Reize. Wie sonst ließen sich die stilistischen Ähnlichkeiten dieser drei Werke erklären: des Konzerts vor seiner Flucht vor den Nationalsozialisten, des Konzertinos im London der Kriegszeit und des Triptychons gegen Ende seines Lebens, 1970 in Edinburgh? …
… Die Leichtigkeit des kompositorischen Zugriffs verbindet sich erneut mit grundsolider Technik zu sehr hörenswerten Ergebnissen. Interpretationen und Aufnahme halten durchweg ein hohes Niveau. Die Northern Sinfonia … ist vermutlich besser als alles, was er je in diesem Land gehört hat. Vor allem aber haben sowohl das Orchester als auch Dirigent Kenneth Woods ein Gespür für die Leichtigkeit des Satzes und wahren stets eine elegante Balance zur Solistin. Annette-Barbara Vogel ist nahezu die ideale Interpretin, die sich ein Komponist wünschen kann. Auch sie bewahrt das empfindliche Gleichgewicht zwischen thematischer Strenge und leichtem Zugriff, häufig durch sehr allmähliche Klangfarbenwechsel und eine schlüssige Phrasierung. Besonders beeindruckend ist ihre tiefe Lage: ein reicher, unmittelbarer Klang, niemals übermächtig oder übermäßig hölzern. Alle diese Werke nähern sich stellenweise kammermusikalischen Strukturen, und Vogels Intimität bringt uns diese leisen Klangbilder nahe. Dies ist ihr zweites Hans-Gál-Projekt; ihr erstes war eine CD mit Violinsonaten, ebenfalls bei Avie (AV2182). Wer jene Aufnahme gehört hat und beeindruckt war – was nach meinem Kenntnisstand für die meisten gilt –, sollte diese kaufen. Sie werden nicht enttäuscht sein.















































































